& wenn der Zug über die alten Schienen rattert und die triste Landschaft an einem vorbeizieht, der Fahrtwind durch die leicht geöffneten Fenster peitscht – und man dem Ziel langsam näher kommt, dann schlägt das Herz kräftiger.
Aufgeregte Blicke werden ausgetauscht, die Stimmen werden leiser. Niemand weiß, was passiert, wenn man den Endbahnhof erreicht hat.
Ich schaue aus dem Fenster und sehe das grau in grau der Stadt.
Schiff ahoi, Rostock. Hier sind wir – mal wieder.
„Bei kaum einer anderen Begegnung wird so viel diskutiert, spekuliert, ermahnt und verurteilt wie bei dieser. […]“
[…]
Am Stadion angekommen, wurden wir herzlich von unseren Rostocker Freunden begrüßt. Sie warfen uns Senf und Zucker entgegen, weil sie sicher wussten, dass wir nach so einer langen Tour Hunger haben würden. Vielen Dank dafür, sehr vorausschauend.
In der Kurve habe ich mich besonders über das weitere Catering gefreut: frisches Obst, genauer gesagt Bananen im Überfluss. Woher wissen die nur, dass das mein absolutes Lieblingsobst ist? Verrückt, diese Rostocker – die wissen einfach, was einem gut tut.
Auch für die Optik haben sie gesorgt und haben einen Merchandising-Stand mit unseren Fanartikeln präsentiert. Toll – wirklich. Auf jeden Fall ungetragen und niegelnagelneu. Nicht so wie bei dem berühmten Auktionshaus, bei dem man manchmal die Katze im Sack kauft. Die Fans der befreundeten Mannschaft haben wirklich was für uns aufgefahren. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, welches Kleidungsstück ich am schönsten fand.
Außerdem möchte ich noch einmal die wahnsinnigen, ausgetüftelten Choreos hervorheben. Wahnsinn, was die so in 90 Minuten auf die Beine stellen! Ein abwechslungsreicher Gesang mit richtig tollen Tanz- und Showeinlagen. Wirklich beeindruckend. Ich glaube da kann sich jeder von uns noch mal eine (Bananen-)Scheibe abschneiden.
& irgendwie haben die Rostocker sich so sehr auf uns gefreut, dass sie die Augen gar nicht von uns lassen konnten. Könnt ihr euch DAS vorstellen? 90 Minuten lang haben sie zu uns rübergewunken und uns angeguckt. Das war schön. Man fühlte sich so, als wäre man etwas ganz besonderes.
Dieses Gefühl hat man auf jeden Fall auch nicht alle Tage.
Aufgrund der langen Anreise und dem ganzen Kuchen auf der Kaffeefahrt, ist es mir auch leider passiert, dass ich während des Spiels kurz eingenickt bin – aber auch für einen solchen Fall haben unsere Rostocker Freunde einen Plan gehabt, damit wir das Spiel nicht verpassen. (Das wäre auch wirklich fatal gewesen.) Sie haben dann eine Art „Wecker“ in meine Richtung geworfen, der mich mit leisen Klängen und einem sanften Licht wieder zurück aus dem Land der Träume geholt hat. Danke! Wenn ich euch nicht hätte, hätte ich vermutlich das gesamte Spiel noch verschlafen. Puh, noch mal gut gegangen! Danke.
Eine große Überraschung, quasi ein Extra-Gimmick, gab es dann noch auf der Rückfahrt in die Heimat. Während wir über die schöne, ruhige Zeit in Rostock schwärmten gab es einen Gastauftritt „á la Innendekorateurin Tine Wittler – Einsatz in 4 Zügen“. Die Rostocker Bande hat doch tatsächlich unseren Wagon von innen in ein schönes, sanftes blau gefärbt. Das ist wirklich gut geworden. Die sollten so was öfter machen – die Farbharmonie war berauschend und die Überraschung ist ihnen wirklich gelungen.
Alles in allem war ich wirklich wieder positiv überrascht von der Rostocker Gastfreundschaft. Die Stadt leuchtete wie immer in ihren schönsten Farben, das Strahlen auf den Gesichtern der freundlichen Beamten und die herzlichen Umarmungen unserer Rostocker Freunde lassen mein Herz noch immer aufgehen, hach. Ich bin gerne dort.
Glückerfüllt und voll gefuttert mit Bananen von Oberkante bis Unterlippe bin ich auch in mein Bett gefallen.
Danke noch mal an die Rostocker, die wirklich gut verlieren können. Sowas gibt es nicht bei jedem Fanclub! Daumen hoch. Danke an das Catering, die Auswahl an Fangimmicks und die Leuchtwecker.
Ich freue mich auf die nächste Begegnung mit euch und streiche schon mal die Tage im Kalender ab.
[…]
Gute Nacht Rostock, ich bin satt.
Hinchas Sankt Pauli